Marburg erschüttert durch Verlust vieler Gewissheiten

Dunkle Zeiten und bedrohliche Aussichten für den Pharmastandort Marburg, wo jahrelang Expansion, Wachstum und sichere Arbeitsplätze ausgemachte Sache waren. Die Oberhessischen Presse sieht gar Marburgs Zukunft in toto bedroht. Sternbald-Montage
12.02.2026 (mm/red) Bereits der vergangene Herbst hat in Marburg viele Gewißheiten und scheinbare Grundlagen erschüttert und mit einem defizitären städtischen Haushalts 2026 Kontroversen über die Stadtentwicklung in Gang gesetzt. Wer in der Weihnachtspause und an Sylvester dachte, meinte oder glaubte, dass damit die Problemlage erkannt und beschrieben wäre, musste im Januar zur Kenntnis nehmen, dass die Haushaltsprobleme der Stadt allenfalls ein Auftakt sind. Das dicke Ende wurde von CSL Behring mitgeteilt, wo rund 500 Arbeitsplätze in der Produktion abgebaut werden sollen.
Nach dem Wegfall von 500 Stellen in Forschung und Entwicklung bei CSL Behring, im Sommer 2025, sollen trotz guter Umsatz- und Ertragslage weitere 500 Stellen abgebaut werden. Biontech hatte verkndet, dass rund 350 Stellen entfallen sollen. Dagegen machte sich die Mitteilung zu 75 entfallenden Stellen samt Standortaufgabe bei einer kleineren Firma aus dem Pharmapark sehr uebersichtlich aus.
Verbunden mit dem Verlust von rund 1.500 gutbezahlten Stellen und Arbeitsplätzen war zur Kenntnis zu nehmen, dass der jahrlang sehr niedrige Hebesatz in der Gewwerbesteuer in Marburg wirkungslos hinsichtlich der Entscheidungen zu Stellenstreichungen war und geblieben ist. Von Seiten der Linken wurde dies aufgezeigt samt Hinweis, dass der Stadt Steuereinnhmen in der Größenordnung von mehreren Hundert Millionen Euro entgangen sind.
Die Reaktionen auf diese strukturelle Krise seitens der Politischen Parteien im Stadtparlament waren kurzatmig und substanzlos. Aus den Reihen der CDU kam gar der Vorschlag einen neuen Industriepark zu erschließen, wo andere Firmen sich ansiedeln lassen könnten. Es lassen sich viele Fragen zur zukünftigen Entwicklung im Pharmabereich aufwerfen. Antworten wird es so schnell keine geben. Sicher ist alleine, dass die mit der Kommunalwahl am 15. März in das Stadtpalament mandatierten neuen Stadtverordneten viele Aufgaben zu bewältigen haben. Die Stadtentwicklung in Marburg ist erschüttert und es kommen harte Jahre.


