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Besuch bei Bürgermeister Andreas Schulz in der Sonnenscheingemeinde im Marburger Land

Marburg 13.7.2011 (yb) Von Marburg in östlicher Richtung kommt man nach Ebsdorfergrund. Das geht recht ordentlich mit dem Bus und mit dem Fahrrad über die Lahnbergen dann bergab rollend – runter bis zum Grund. Nun ist der Grund auch die Kurzbezeichnung für die fruchtbare Landschaft in weiter Tallage mit starken, vormalig selbstständigen Dörfern. Die heutige Großgemeinde Ebsdorfergrund zählt 11 Ortsteile, darunter das namensgebende Ebsdorf. Das Rathaus der 9.000 Seelen Großgemeinde findet sich in Dreihausen.

Am Besprechungstisch mit dem jugendlich frisch wirkenden Andreas Schulz im Bürgermeisterdienstzimmer des neu gebauten Rathauses, eigentlich ja Gemeindeverwaltung. Mit Blick auf die Kirche. Irgend etwas, eine Menge, ist anders in der Sonnenscheingemeinde Ebsdorfergrund. Dieser Namenszusatz findet sich, logo, auch auf den Webseiten. Zudem auf einem Bus durch anmutige Landschaft fahrend.

Sonnenenergie via Biogasanlage in Ebsdorfergrund

Sonne scheint auf manches Dach mit blauschimmernden Photovoltaikmodulen. Dazu gibt es eine größere Biogasanlage. Zu den Stadtwerken Marburg als regionalem Energieversorger jenseits der Lahnberge ist eine Gasleitung im Bau.

Seit 1992 ist Andreas Schulz Bürgermeister der Großgemeinde Ebsdorfergrund. Er ist aus Rhein-Main hierher gekommen und aktuell sind 51,5 Prozent der Wählerstimmen für seine Partei, die SPD, abgegeben. Das ist also auch anders, klare Mehrheitsverhältnisse, sozialdemokratisch. Gab es dereinst vielerorts im Hessenland.

Wie das kommt. „Wir sind nicht nur Sonnenscheingemeinde, wir sind eine mittelhessische Taunusgemeinde“ sagt Schulz und spielt damit auf den hochgelegenen Speckgürtel von Frankfurt an. Er muss es wissen, ist Bürgermeister, wird über die Finanzen seiner Kommune gut Bescheid wissen. In der Tat kann er auf Rücklagen in Millionenhöhe verweisen. Wie das kommt, wo doch die Kommunalfinanzen landauf landab durchhängen, Schuldenbremse das große Wort ist.

Jetzt ist Andreas Schulz in seinem Element und der gelernte Diplom-Verwaltungswirt berichtet. Es wirkt beinahe wie eine Lesung, was der 49jährige Bürgermeister vorträgt. Dass es hier schon lange darum gehe ökonomische und ökologische Anliegen unter einen Hut zu bringen. Wobei als Drittes das Soziale keinesfalls vergessen werden dürfe. So gebe es längst einen Ertrag des sozialen Zusammenhalts, Beispiel Bürgerhilfevereine.

Die heimische Wertschöpfung sei weiter zu erhöhen bei konservativem Ausgabeverhalten für zukünftige Einnahmen. Bindung und Förderung des heimischen Handwerks gehöre dazu und natürlich die kommunale Daseinsvorsorge. Wasser, Kläranlage, Reststoffentsorgung (früher Müll). Und jetzt noch den Rückkauf des Stromnetzes im Kooperation mit einem regionalem Anbieter, den Stadtwerken Marburg, wohin bereits aus der Sonnenscheingemeinde Gas geliefert wird.

Seit kurzem ist der seit 19 Jahren agierende Bürgermeister Vorsitzender der Region Marburger Land, die seit 2007 als LEADER-Region anerkannt ist und damit aus EU-Mitteln gefördert wird. In der Region Marburger Land leben rund 40.000 Menschen in 50 Dörfern. Ebsdorfergrund, Fronhausen, Weimar, Amöneburg und die dörflichen Stadtteile der Universitätsstadt Marburg sind zusammen das Marburger Land. Es gibt geförderte Projekte in den Bereichen Energieversorung, Kultur/Tourismus und Vereine/Verbände/Wirtschaft, Stichwort Netzwerke.
Allerdings fehlt es noch an einem Leitbild. Etwas Unverwechselbares. Daran müsse noch gearbeitet werden, verbindend, besonders und Profil gebend. Die Zeit ist um, ein Foto noch, am besten draußen. Vom Rathaus in Dreihausen hat man einen recht guten Blick in das Marburger Land. Als Vorsitzender dieser Region fängt Andreas Schulz gerade erst an.

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