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Wie sollen die Verkehre in Marburgs Mitte zukünftig funktionieren ?

In gemeinsamer Sitzung haben am Donnerstagabend Kulturausschuss und Bauausschuss der Stadt Marburg beraten. Für die kommende Stadtverordnetensitzung am 30. November liegt viel an, darunter der Stand der Planungen für Modernisierung und Ausbau der Marburger Stadthalle. Foto Hartwig Bambey

Marburg 24.11.2012 (yb) In der kommenden Woche werden die beiden zentralen Bauvorhaben der Stadt Marburg und der Philipps-Universität Gegenstand öffentlicher Veranstaltungen. Es geht dabei um das Zig-Millionenprojekt Stadthalle und das Hundert-Millionenprojekt Neue Universitätsbibliothek. Räumlich zwischen diesen beiden gewollten Schwerpunktmaßnahmen liegt der Alte Botanische Garten und die Johannes-Müller-Straße. Letztere ist eine ruhige Anwohnerstraße. Doch mit der Ruhe hinsichtlich der zu erwartenden Frequenz und Bewegung von Menschen, Besuchern, Studierenden und Gästen wird es nach Fertigstellung dieser Großprojekte in diesem Bereich vorbei sein. Marburgs Mitte wird zum Hotspot. Dies beschäftigte die Mitglieder des Bauausschusses, ansatzweise. Dort geriet dies einmal mehr zu einer Debatte um die Parkplatzfrage.

Kernbereich eines ‚Stadtforum Marburg‘ als zentraler offener Platzbereich inmitten signifikanter Bauwerke und öffentlichen Nutzungen. Planzeichung des Landschafts-architekten mit Texthinweisen der Redaktion.

Es zeigte sich neben bekannten Differenzen in der Betrachtung, dass eine Gesamt-wahrnehmung der kommenden Verdichtung und Vitalisierung des Bereichs zwischen Elisabethkirche und Rudolphsplatz einmal mehr vernachlässigt wird. Ein Auge wirft die städtische Planung in das unmittelbare Umfeld und sieht eine Platzgestaltung zwischen Stadthalle und Hörsaalgebäude mit Rückbau der Biegenstraße vor. Immerhin. Doch ein Szenario, gar ein Plan, eine Beplanung der zukünftigen verkehrlichen Abläufe, also das zweite Auge, ist Fehlanzeige.

Es wurde im Bauausschuss nicht Thema, wie es denn um die Überlegungen zur Schaffung einer Tiefgarage bestellt sei. Seitens der CDU wurde Parkplatzmangel moniert. Die städtischen Planungen beim Projekt Stadthalle sind verkürzt. Man hat derzeit nur Kostenberechnungen, noch keine Ausschreibungsergebnisse, vorliegen. Berechnet sind lediglich die Kosten am Baukörper der Stadthalle selbst. Die millionenschwere Umfeldgestaltung bleibt außen vor. Die Projektion und Kalkulation einer möglichen Tiefgarage ist nicht Gegenstand. Dann hätte man es dort mit einem deutlich mehr als 50 Millioen Euro verschlingendem Vorhaben zu tun. Es wäre nicht durchsetzbar.

Der Campus Firmanei mit neuer Bibliothek zeigt sich Modell sehr übersichtlich. Ganz unten rechts die Stadthalle.

Doch wer kann (und will überhaupt) jetzt überblicken, wie die zukünftigen Verkehre aussehen? Heute bereits bekannt und beschlossen ist, dass ein Teil der nahen Brauereiparkplätze bebaut werden und wegfallen – Neubau Deutscher Sprachatlas. Man unterlässt es (wohlweislich?) seitens der Stadt so etwas wie eine integrierte Betrachtung zu leisten. Stadtplanerische Herangehensweise ist in Marburg verpönt.
Denn ebensolches gilt für die Universitätbibliothek mit zu erwartenden mehreren Tausend Nutzern an jedem Tag. Keine Rede mehr von einer zusätzlichen Fußgänger-Lahnbrücke zum gewollten und auszubauendem Parkplatz der jetzigen UB am Erlenring. Dort sollen Bedienstete und Nutzer ihre PKW abstellen, um sich zu Fuß oder per Bus zur neuen Bibliothek zu bewegen.

So wird interessant, was am Mittwochabend im Hörsaalgebäude und Freitag in der Stadtverordneten-versammlung mitgeteilt und begründet wird. Ebenso interessant wird sein, was weggelassen wird. Die zukünftige pulisierende Marburger Mitte ruft nach mehr als nur einäugiger Projektplanung.

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