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Leserbrief: Wenn es so schwierig ist, am Marburger Wohnungsmarkt eine Wohnung zu bekommen

Container-Wohnanlage-MarburgMarburg 5.10.2014 (red) Die öffentliche Diskussion um die Wohnungsnot in Marburg ist deutlich voran gekommen. In der vergangenen Woche hat der ´Runde Tisch preiswerter Wohnraum’ getagt. Dort wurden einige der Ergebnisse einer vom Magistrat der Stadt Marburg in Auftrag gegebenen Studie vorgestellt und erörtert. Ein Bericht dazu in das Marburger. folgt in der kommenden Woche. Ausgelöst von diesbezüglicher Berichterstattung in der Oberhessischen Presse vom 4.10. 2014 hat uns nachstehender Leserbrief erreicht:

Sehr geehrte Redaktion des Online-Magazin das Marburger.  Nun komme ich endlich einmal dazu, Ihnen zu schreiben. Ich wollte dies nämlich schon viel früher tun, als ich den Beitrag über die Einwohnerentwicklung der Stadt Marburg gelesen hatte, indem Sie anhand offizieller Statistiken nachgewiesen haben, dass die Stadt Marburg in den vergangenen Jahren trotz gestiegener Studierendenzahlen Einwohner verliert. Nun erschien heute in der Samstagsausgabe der Oberhessischen Presse der Leitartikel, in Marburg würde es aufgrund eines künftigen Einwohnerzuzugs einen großen Wohnungsmangel geben, die Stadt müsse laut des Instituts ‚Inwis‘ hunderte Wohnungen mehr bauen, um dieser Situation gerecht zu werden.

Ich habe mich stark gewundert, wie eklatant sich die Inwis-„Experten“ selbst widersprechen. Auf der einen Seite sagen sie einen großen Einwohner-Zuzug voraus, allerdings nicht gestützt auf offizielle Statistiken (wohlgemerkt sinken die Einwohnerzahlen und auch die Studierendenzahlen haben durch die doppelten Abiturjahrgänge und den Wegfall der Wehrpflicht ihren Scheitelpunkt bereits erreicht), sondern gestützt auf Aussagen von Wohnungsmaklern. Auf der anderen Seite sagen sie, dass Familien und Berufseinsteiger am Marburger Wohnungsmarkt wenig Chancen hätten.

Ein Widerspruch in sich, denn wenn es so schwierig ist, am Marburger Wohnungsmarkt eine vernünftige Wohnung zu bekommen, dann zieht man ins Marburger Umland, sofern der Lebensmittelpunkt unbedingt Marburg sein muss. Wie hieraus die Schlussfolgerung gezogen werden kann, es fände künftig ein starker Zuzug nach Marburg statt, ist mir absolut schleierhaft.

Im Gegenteil: Quadratmetermieten in Höhe von 10 Euro und mehr (S&S-Immobilien reizt den Markt bis zum Äußersten aus! Und die künftige Sozialquote wird eine S&S-Immobilien genehme Quote sein) kann sich ein Erwerbstätiger mit normalem Einkommen im Prinzip gar nicht leisten, Familien ohnehin nicht – eine befreundete junge Familie ist gerade deshalb ins Marburger Umland gezogen, weil die Verhältnisse am Marburger Immobilienmarkt selbst für ein ‚Doppelverdiener‘-Ehepaar nicht tragbar sind.

Für mich ist es absolut nachvollziehbar, dass viele Menschen von der Situation am Marburger Wohnungsmarkt angewidert sind (ein Lichtblick ist, dass zumindest die Maklerprovision nun endlich von demjenigen zu zahlen ist, der ihn beauftragt!) und wegziehen. Ich persönlich wohne bereits mein Leben lang (36 Jahre) in Marburg und arbeite auch hier. Allerdings spiele auch ich mit dem Gedanken, die Stadt Marburg zu verlassen, sobald ich die Steuerberaterprüfung bestanden habe, denn das unternehmerfeindliche Marburg ist nicht der Nabel der Welt, schon gar nicht für Steuerberater, die auf eine vielfältige Unternehmerlandschaft angewiesen sind.
Wenn es dann auch noch so schwierig ist, in Marburg eine vernünftige Wohnung zu bekommen, sage ich lieber „Adios!“, wohlgemerkt obwohl ich Marburger bin.
Michael Kuhlmey, Marburg

Redaktioneller Hinweis: Der von Michael Kulmey als Verfasser dieses Leserbriefes angesprochene Beitrag über die Einwohnerentwicklung in Marburg vom 9.1.2013 findet sich in der rechten Spalte ganz oben in der —> Rubrik Angesagt