Weiterbau der A 49 unwahrscheinlich und was passiert, wenn die A 49 bei Treysa endet?

Kassel 23.05.2020 (pm/red) Eine aktuelle Petition beim Hessischen Landtag und das laufende Klageverfahren gegen die A 49 machen den Weiterbau der umstrittenen Autobahn unwahrscheinlicher. Das Aktionsbündnis „Keine A 49“ hat sich deshalb mit den Folgen …

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Vortrag Mobilität im Wandel: Teilen statt besitzen?

Marburg 5.7.2016 (pm/red) Auch wenn das Umweltbewusstsein in Deutschland vergleichsweise hoch ist, auch wenn einem Großteil der Bevölkerung zum Beispiel bekannt ist, dass Verkehrslärm eine Ursache für Krankheit ist, oder dass der Kohlendioxid-Ausstoß den Klimawandel verursacht, so geben doch circa 60 Prozent der Befragten im Rahmen einer repräsentativen Umfrage (Umweltbewusstseinsstudie 2012) an, dass das Auto das Verkehrsmittel ist, welches sie in der Regel für Alltagswege benutzen. Zum Fahrrad greifen circa 12 Prozent der Befragten. Der Anteil der FührerscheinbesitzerInnen in Deutschland, die Car-Sharing-Angebote nutzen, liegt bei circa 1,5 Prozent (Bundesverband Car-Sharing 2015). Am Montag, 11. Juli, wird Prof. Dr. Birgit Blättel-Mink (UniFrankfurt) zum Thema „Mobilität im Wandel: Teilen statt besitzen? – Sozialwissenschaftliche Einblicke“ im Rahmen der Ringvorlesung „Konflikte in Gegenwart und Zukunft“ referieren.

Auch der Versuch der Regierung, die Elektromobilität (idealerweise mit regenerativem Strom betrieben) in Deutschland zu stärken, kann bisher als weitgehend gescheitert angesehen werden – man geht von ca. 25 Tausend Elektroautos aus, die in Deutschland zugelassen sind (geplant für 2020 sind 2 Millionen). Was sind die Gründe für diese Diskrepanz zwischen Bewusstsein und Handeln? Sozialwissenschaftliche Studien belegen, dass neben Routine, Zeit, Kosten und Bequemlichkeit die zentralen Faktoren der Verkehrsmittelwahl darstellen. Das eigene Auto vor der Tür ist damit deutlich attraktiver als zum Beispiel die Nutzung des öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV). Zudem gilt das eigene Fahrzeug als Beleg für sozialen Status – allerdings nicht für alle Altersgruppen und Geschlechter in gleicher Weise. In diesem Vortrag soll aus sozialwissenschaftlicher Perspektive das Mobilitätsverhalten in Deutschland unter die Lupe der Nachhaltigkeit genommen werden.

So soll gefragt werden, welche Barrieren sich einer nachhaltigen Mobilität entgegenstellen, aber auch welche Chancen sich für neue nachhaltigere Mobilitätsformen in welchen gesellschaftlichen Gruppen ergeben.

Birgit Blättel-Mink ist seit 2004 Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Industrie- und Organisationssoziologie am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Sie hat an der Universität Mannheim Soziologie studiert, wurde in Heidelberg promoviert und hat sich an der Universität Stuttgart habilitiert. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen
(sozialer) Innovationsforschung, nachhaltiger Entwicklung, Frauen an der Hochschule, Transdisziplinarität und Soziologie als Beratung.

Vortrag Montag, 11. Juli – 18:30 Uhr
Hörsaalgebäude, Biegenstraße 14, Raum +1/0010

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