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Hessischer Friedenspreis an Frauenrechtsaktivistin Ilwad Elman

Frauenrechtsaktivistin Ilwad Elman. Bildquelle Wikipedia gemeinfrei

08.03.2023 (pm/red)  Am heutigen Weltfrauentag wird der Hessische Friedenspreis an die somalische Frauenrechtsaktivistin Ilwad Elman verliehen für ihr Engagement im Rahmen der Nichtregierungsorganisation „Elman Peace and Human Rights Center“. Dieses setzt sich für den Frieden und den Schutz von Minderheiten ein und kümmert sich vor allem um die Entwaffnung und Wiedereingliederung von Kindersoldaten in ihre Familien, um Vergewaltigungsopfer und die Aufarbeitung von Sexualstraftaten an Mädchen und Frauen.

Entwicklungsministerin Svenja Schulze gratuliert der Frauenrechtsaktivistin Ilwad Elman zum Hessischen Friedenspreis: „Ilwad Elman ist eine starke Frau, die diesen Preis sehr verdient hat. Erstens, weil sie sich für die Rechte von Frauen und Mädchen einsetzt – in einem Land, in dem nur ein Bruchteil der Frauen einen Schulabschluss hat und fast die Hälfte der Mädchen verheiratet werden, bevor sie volljährig sind. Zweitens, weil sie die Aussöhnung verfeindeter Gruppen in Somalia voranbringt und damit einmal mehr unter Beweis stellt, dass die Beteiligung und das Engagement von Frauen Gesellschaften friedlicher und gerechter machen können.“

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) unterstützt das „Elman Peace and Human Rights Center“ mit 200.000 Euro bei der Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt und zur gezielten Unterstützung von Frauen und Mädchen, die von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind. Es werden auch Sensibilisierungsmaßnahmen finanziert, um langfristig eine Änderung der sozialen Normen zu erreichen

Somalia durchlebt mit dem Ausbleiben der fünften Regenzeit in Folge die schlimmste Dürre seit 40 Jahren. Die Hälfte der Bevölkerung, rund 8 Mio. Menschen, benötigt humanitäre Hilfe. Es gibt über 770.000 neue intern Vertriebene, davon sind mehr als 80 Prozent Frauen und Kinder. In wenigen Ländern der Welt sind die Lebensbedingungen so hart wie hier. Rund 70 Prozent der Menschen Somalias leben von der Landwirtschaft, viele als Nomaden oder Halbnomaden. Der tägliche Kampf ums Überleben und die Versorgung der Familie bestimmen den Alltag der meisten Frauen in Somalia.

Frauenrechte werden in Somalia vielfach verletzt

Nur geschätzte 15 Prozent der Somalierinnen haben eine Grundschule besucht. Somalia ist auch trauriger Spitzenreiter bei der weiblichen Genitalverstümmlung. Sehr viele Frauen werden Opfer dieser Menschenrechtsverletzung. Auch andere Frauenrechte werden in Somalia vielfach verletzt: 45 Prozent der Frauen heiraten vor dem 18. Geburtstag, 8 Prozent  der Mädchen heiraten sogar vor dem 15. Geburtstag. Das somalische Gesetz verbietet jegliche Form von Gewalt an Frauen. Trotzdem ist sexualisierte Gewalt weit verbreitet. Fast alle Täter bleiben unbestraft. Veränderungen in diesen Bereichen zu erreichen ist schwer und dauert länger.

Um die Lebensbedingungen der Frauen in Somalia zu verbessern, fördert das BMZ die Stärkung der Gesundheitssituation von über 25.000 werdenden Müttern und Müttern von Babys und Kleinkindern. Diese werden mit monatlichen Zahlungen unterstützt, welche sie eigenverantwortlich für mehr bzw. bessere Nahrung, zur Verbesserung der Hygienesituation des Haushaltes (Bsp. sauberes Trinkwasser) oder für Gesundheitsdienstleistungen einsetzen können.

Schwangere Frauen profitieren von Dienstleistungen in Gesundheitszentren und der Begleitung durch Hebammen und Sozialarbeiterinnen. Dazu kommen Pflichtuntersuchungen während und nach der Schwangerschaft, Impfungen für Kinder sowie Schulungen zu den Themen Mutter-Kind-Gesundheit, Kleinkindernährung und Familienplanung. Die Ausbildung von Hebammen ist ein weiterer Baustein dieser Projekte.

Auch die Stärkung der wirtschaftlichen Rolle der Frauen ist Gegenstand des BMZ-Engagements. So werden z.B. Milcherzeugerinnen und Milchhändlerinnen zu den Themen Milchhygiene und Pasteurisation, Bau von Verkaufsstellen und Milchmärkten mit solar-basierter Milchkühlung geschult. Ebenso werden Frauen in landwirtschaftlichen Produktionstechniken ausgebildet, die direkt zu Produktionssteigerungen führen. Start-ups für junge Frauen werden gefördert und Unternehmerinnen gezielt in den Bereichen wirtschaftliches Management oder Kommunikationskompetenz geschult.

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