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Schafswolle wird Grundstoff für neues Produkt – Wollrasen für den Garten

Schafswolle lässt Rasen wachsen: Mit dem Wollrasen bringt der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit Schafhaltern ein weiteres Wollprodukt auf den Markt. Foto Stefanie Hartwich

14.09.2023 (pm/red) Mit dem Wollrasen aus Schafswolle bietet die Ökomodell-Region Marburg-Biedenkopf mit Schafhaltern ein zweites ungewöhnliches Wollprodukt an. Dieser Rasen bietet dabei viele Vorteile gegenüber dem normalen Rollrasenund ist ab sofort im Handel erhältlich.

Der Landkreis zählt mit seinen über 14.000 Schafen zu einem der schafreichsten Kreise in Hessen. Die Schafhaltung als historische Form der Landbewirtschaftung hat eine große Bedeutung. Die Tiere leisten durch die Beweidung einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft und der Biodiversität. In der Vergangenheit viele mögliche Absatzwege für Rohwolle weggebrochen, was die Schafhaltender vor große finanzielle Herausforderungen stellt. Die Schafe müssen weiterhin regelmäßig geschoren werden, es gibt aber kaum noch Absatzwege für die dabei anfallende Wolle. 

„Ziel ist also, neue regionale Wertschöpfungsketten und Produkte zu schaffen“, sagt Reinhard Cronenberg, Teamleitung vom Erzeuger-Verbraucher-Dialog des Landkreises. „Insgesamt heben wir mit dem Projekt die Bedeutung der Schafhaltung in der Region hervor und leisten damit einen weiteren Beitrag zur Wertschätzung der Schafe sowie der Schäferinnen und Schäfer“.

Der Schafwollrasen ist ein bis zu 100 Prozent biologisch abbaubares Vliesgemisch aus Schafswolle und Viskose, also einer chemisch hergestellten Faser, die optisch der Baumwolle ähnelt. In dieses Wollvlies sind Gras- oder Blumensamen eingearbeitet.

Präsentieren den Wollrasen: Matthias Kühn Firma Heinrich GLAESER, Oliver Stey, Vorsitzender des Hessischen Verbandes für Schafzucht, Franziska Henn von der Ökomodell-Region des Landkreises, Silke Siebelist und Thomas Hilberg vom Gartencenter, Alexander Ruppel, Technischer Leiter und „Tester“ des Wollrasens im Botanischen Garten Marburg, sowie Reinhard Cronenberg, Teamleiter des Erzeuger-Verbraucher-Dialogs. Foto Stefanie Hartwich

Der Schafwollrasen habe dabei viele Vorteile, wird mitgeteilt. Er kann auf natürliche Weise viel Wasser speichern, sorgt für eine gleichmäßig grüne Fläche und ist leicht zu verlegen. Außerdem ist die Saat vor Vogelfraß und Ausspülungen durch Regen geschützt. Zudem hat der Rasen durch den hohen Wollanteil einen natürlich integrierten Langzeitdünger“, betont Franziska Henn von der Ökomodell-Region.

Schon seit 2022 wird Schafwolldünger in Form von Pellets regional produziert und vermarktet. Mit dem Schafwollrasen stärkt die Ökomodell-Region schon bestehende Strukturen und erweitert die Produktpalette aus Wolle.
Der Wollrasen ist seit September im Marburger Gartencenter verfügbar.

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