„Mär vom aufgeblähten deutschen Staat“ per Datencheck entkräftet

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UN-Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten: Nein zur Rekrutierung von unter 18-Jährigen und zur Werbung der Bundeswehr bei Minderjährigen!

12.02.2024 (red) Im Wortlaut Das Marburger Bündnis „Nein zum Krieg!“ weist anlässlich des 12. Februars, dem UN Welttag  gegen den Einsatz von Kindersoldaten, auf die UN-Kinderrechtskonvention und darauf basierende weitere internationale Vereinbarungen hin. Sie verbieten grundsätzlich, dass Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren als Soldaten „eingezogen und eingesetzt“ werden. Damit sollen Minderjährige geschützt werden, um in ihrer persönlichen Entwicklung und Entfaltung nicht durch Militärdienst beeinträchtigt zu werden.

Dennoch gibt es weltweit 250.000 bis 300.000 Kinder und Jugendliche, die in bewaffneten Kriegen und Konflikten eingesetzt werden, vor allem in Afrika, Asien und dem Nahen Osten.  Sie werden zwangsweise rekrutiert, von bewaffneten Gruppen entführt oder werden Kindersoldaten, weil sie aus Armut und Not, z. B. wegen Dürren oder Überschwemmungen, keinen anderen Ausweg sehen.

Zu Recht, so das Bündnis, setzt sich Deutschland dafür ein, dass Länder wie Somalia und Afghanistan keine unter 18-Jährigen in ihre Armee aufnehmen.

Kindersoldaten in Deutschland

Aber auch in Deutschland gibt es Kindersoldaten – und zwar verstärkt seit der Aussetzung der Wehrpflicht. 151 Staaten halten den sog. „Straight 18-Standard“ (keine Soldaten unter 18 Jahren) ein.Deutschland ist dagegen eines der wenigen Länder weltweit, dessen Militär minderjährige Soldaten rekrutiert! 2022 waren es 1.773 minderjährige Soldaten, darunter 327 Mädchen.

Für sie gilt der gesetzliche Jugendschutz nicht. Und dies mit z. T. fatalen Folgen wie Beeinträchtigung der Persönlichkeitsentwicklung aufgrund der militärischen Strukturen, psychische Traumata, Mobbing und Alkoholismus. Und: Jede vierte Soldatin ist Opfer „unerwünschter, sexuell bestimmter körperlicher Berührungen“ (laut Bundeswehrstudie). Auf der anderen Seite fühlen sich laut dem Bericht der Wehrbeauftragten viele Vorgesetzte überfordert, mit den Minderjährigen angemessen umzugehen, und beklagen die Unreife der jungen Rekruten.

Werbung der Bundeswehr

Das Bündnis befürchtet, dass angesichts der Diskussion um die „Kriegstüchtigkeit“ (Verteidigungsminister Pistorius) – insbesondere zu wenige Soldaten – der Trend zur Rekrutierung Minderjähriger – entgegen der Positionierung der Ampel in ihrem Koalitionsvertag – zunehmen wird.

Und auch die Verstärkung der Werbung durch die Bundeswehr, deren Werbeetat bisher schon 35 Mio. jährlich betragen hat, ist zu befürchten!

Die Werbung zielt darauf ab, von den Gefahren wie Depression, Traumata, Verkrüppelung und Tod abzulenken. Stattdessen wird mit Abenteuer, Sport, Spaß, Teamarbeit, kostenfreiem Studium und guter Bezahlung geworben. Die Bundeswehr nutzt dazu Schulen, soziale Medien, Jugendzeitschriften, Videos und Messen.

Eintrittsalter in die Bundeswehr

Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes und auch die Kinderkommission des Deutschen Bundestages fordern die Bundesregierung bereits seit langem auf,

  • das Eintrittsalter in der Bundeswehr auf 18 Jahre anzuheben
  • und jede Militärwerbung bei Kindern und Jugendlichen zu verbieten!

Es wird Zeit, so das Bündnis, dass die Bundesregierung dem endlich nachkommt!

Redaktionelle Anmerkung: Die Zwischenüberschriften wurden zur besseren Lesbarkeit von der Redatkion eingesetzt.

—> Kindersoldaten

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