Beteiligungstage für das „Landgrafenschloss der Zukunft“

14.04.2024 (pm/red) Im Zuge des Projekts „Landgrafenschloss der Zukunft“ laden die Philipps-Universität Marburg und die Universitätsstadt Marburg alle Interessierten zu Beteiligungstagen am 19. und 20. April 2024 ein, sich mit Ideen und Wissen an der …

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Gedenktag zur Deportation Marburger Sinti: Kein Vergessen 81 Jahre nach unverzeihlichen Verbrechen

OB Thomas Spies und Marco Nezi, stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher, haben den Kranz der Stadt Marburg an der Gedenktafel am ehemaligen Landratsamt in der Barfüßerstraße platziert. Foto Stefanie Ingwersen

26.03.2024 (pm/red)  Die Stadt Marburg hat den rassistisch verfolgten und ermordeten Marburger Sinti auch in diesem Jahr wieder gedacht. Während der Gedenkveranstaltung vor dem ehemaligen Landratsamt erinnerte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies daran, dass am 23. März 1943 insgesamt 78 Sinti aus Marburg und Umgebung vom Bahnhof aus in Viehwaggons deportiert wurden und an diesem Tag ein langer Leidensweg begann. Nur zwei von ihnen überlebten den nationalsozialistischen Massenmord.

„Die Respektlosigkeit, die Vorwürfe und die Diskriminierung der Sinti und Roma hat sich einer langen Geschichte der Diskriminierung eingefügt, sie begann nicht 1933, sie endete nicht 1945“, so Oberbürgermeister Spies.

Rinaldo Strauß, stellvertretender Vorsitzender des Hessischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma, erinnerte an die insgesamt rund 500.000 Sinti und Roma, die zu Opfern des Massenmordes wurden. „Es ist wichtig, solche Gedenktage zu veranstalten und sich dessen bewusst zu machen, dass es um Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt geht, an die wir uns erinnern. An Menschen, Familien, die hier gelebt und diese Stadt mitgeprägt haben. Manch einer mag sich fragen, warum es uns so wichtig ist, nicht zu vergessen. Der Blick zurück in die Vergangenheit kann richtungsweisend sein für das, was heute und in Zukunft zu tun ist. Sie alle sind die Brandmauer gegen Hass und Hetze, die wir jetzt mehr denn je brauchen“.

Antonin Bau vom Kinder- und Jugendparlament hat die Namen der deportierten Menschen verlesen:

Adolf Braun (4 Jahre alt), Albert Braun (6 Jahre alt), Alfred Braun (1 Jahr alt), Alwine Braun (43 Jahre alt), Brigitte Braun (10 Jahre alt), Gertrud Braun (11 Jahre alt), Gisela Braun (13 Jahre alt), Margarete Braun (15 Jahre alt), Marianne Braun (17 Jahre alt), Max Braun (18 Jahre alt), Bernhardine Einacker (52 Jahre alt), Emma Einacker (25 Jahre alt), Adolf Kreutz (30 Jahre alt), Anna Kreutz (10 Jahre alt), Anna Kreutz (15 Jahre alt), Anni Kreutz (5 Jahre alt), Antonia Kreutz (40 Jahre alt), Arnold Kreutz (22 Jahre alt), Christine Josefine Kreutz (51 Jahre alt), Dora Kreutz (8 Jahre alt), Dorothea Kreutz (19 Jahre alt), Elisabeth Kreutz (13 Jahre alt), Hermann Kreutz (19 Jahre alt), Josefine Kreutz (11 Jahre alt), Julius Kreutz (27 Jahre alt), Karl Kreutz (17 Jahre alt), Konrad Kreutz (45 Jahre alt), Laubmann Kreutz (21 Jahre alt), Margarethe Kreutz (13 Jahre alt), Martha Kreutz (9 Jahre alt), Mathias Kreutz (43 Jahre alt), Mathilde Kreutz (67 Jahre alt), Theodor Kreutz (12 Jahre alt), Alwine Reinhardt (14 Jahre alt), Erwin Reinhardt (2 Monate alt), Helene Schäfer (32 Jahre alt), Magdalene Schäfer (6 Jahre alt), Renate Schäfer (8 Jahre alt), Amanda Schanne (13 Jahre alt), Maria Schanne (49 Jahre alt), Robert Schanne (12 Jahre alt), Frieda Steinbach (32 Jahre alt), Julius Steinbach (4 Jahre alt), Marianne Steinbach (9 Jahre alt), Siegfried Steinbach (7 Jahre alt), Hildegard Straub (16 Jahre alt), Adam Strauß (21 Jahre alt), Agnes Strauß (12 Jahre alt), Brigitte Strauß (2 Jahre alt), Elfriede Strauß (24 Jahre alt), Elise Strauß (50 Jahre alt), Ewald Strauß (48 Jahre alt), Heinz Strauß (17 Jahre alt), Heinz Strauß (4 Monate alt), Julius Strauß (18 Jahre alt), Salamande Strauß (15 Jahre alt), Alwine Weiss (54 Jahre alt), Willy Weiss (21 Jahre alt), Anna Winter (22 Jahre alt), Elisabeth Winter (9 Jahre alt), Friedrich Winter (3 Jahre alt), Georg Winter (9 Jahre alt), Gertrud Winter (2 Jahre alt), Hans Winter (7 Jahre alt), Johanna Winter (10 Jahre alt), Klara Winter (7 Monate alt), Richard Winter (3 Jahre alt), Rosa Winter (35 Jahre alt).

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