Kasseler Klimaschutzpreis 2024 verliehen

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Rechtsextremismus in Hessen 2023: Rekordzahl bei Beratungsfällen

13.05.2024 (pm/red) Höchststand: Das hessische Beratungsnetzwerk für Demokratie und gegen Rechtsextremismus registrierte 2023 eine Rekordzahl bei seinen Beratungsfällen. Mehr als 300 Anfragen wurden dokumentiert, und die bis dato festgestellten Zahlen in diesem Jahr zeigen bereits, dass die Tendenz weiter nach oben geht.

Was tun bei Rechtsextremismus, Rassismus oder menschenfeindlichen Diskriminierungsformen? Darum kümmert sich das „Beratungsnetzwerk Hessen – gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus“. 2023 hat es dazu die meisten Beratungen seit seiner Gründung 2007 geleistet. Wie das zuständige Demokratiezentrum Hessen an der Philipps-Universität Marburg mitteilte, dokumentierte es für das vergangene Jahr 307 Beratungsfälle. Im Jahr 2022 waren es 206 Beratungsfälle, die konkreten Hilfeanfragen stiegen in einem Jahr um 49 %. Dabei ist eine deutliche Zunahme vor allem bei Beratungsthemen wie Rassismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus und Queerfeindlichkeit erkennbar. Neben der Fallberatung kamen 2023 noch 141 Bildungs- und Präventionsveranstaltungen der Beratungsteams dazu (Workshops, Vorträge etc.).

Eine detaillierte, aufgeschlüsselte Statistik folgt in einem umfangreichen Jahresbericht im Sommer.

Polykrisen und zunehmende Radikalisierungen

Ursachen für den Anstieg der Beratungszahlen sind laut Demokratiezentrum Hessen u. a. im erstarkten Rechtsextremismus und -populismus, Polarisierungstendenzen in der Bevölkerung und vermehrten Radikalisierungen, Verrohungen und Anfeindungen v. a. im Internet zu suchen. Die gegenwärtigen, gleichzeitigen Krisen (Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten, Migration, Klimawandel, Inflation etc.), führen bei vielen Menschen zu einer allgemeinen Verunsicherung, zu schwindendem Vertrauen in die Politik und Forderungen nach einfachen, schnellen Lösungen, die rechtsextreme Kreise vermeintlich anzubieten scheinen. Ein gestiegener Bekanntheitsgrad des Netzwerks und seiner Hilfsangebote kann Grund für den sprunghaften Fallanstieg sein.

Zahlen steigen aktuell weiter

Von Januar bis April 2024 war die Anfragendichte beim Beratungsnetzwerk Hessen bereits so hoch wie nie zuvor (112 Beratungen, 64 Bildungs- und Präventionsmaßnahmen, Stand April 2024). Schwerpunkte lagen dabei in den Bereichen Schule und dem sozialen Nahraum (Nachbarschaft, öffentlicher Raum). Zudem fragen derzeit viele Menschen nach den Umgangsmöglichkeiten mit Demokratiefeindlichkeit und suchen Unterstützung bei der Gründung von Netzwerken, Initiativen und Bündnissen gegen Rechtsextremismus.

Zum Hintergrund

Das vom Land Hessen und vom Bund geförderte „Beratungsnetzwerk Hessen – gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus“ berät kostenlos und vertraulich Hilfesuchende wie Schulen, Eltern, Familienangehörige, Kommunen, Vereine, Diskriminierungsopfer und andere Betroffene in Fällen von Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus oder Fällen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und bietet entsprechende Bildungs- und Präventionsmaßnahmen an. Das an der Philipps-Universität in Marburg angegliederte Demokratiezentrum Hessen fungiert dabei als zentrale Fach-, Anlauf- und Geschäftsstelle, die die Arbeit des Netzwerks koordiniert und dokumentiert.

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