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Studie über sexualisierte Gewalt bei Pfadfindern Sankt Georg

05.02.2026 (pm/red) Ein Forschungsteam der Philipps-Universität und Justus-Liebig-Universität hat Übergriffe und Hintergründe sexualisierter Gewalt bei den Pfadfindern St. Georg seit dem Jahr 1929 untersucht. Die Ergebnisse wurden jetzt veröffentlicht und mitgeteilt, dass im Rahmen der Studie zahlreiche Interviews mit Betroffenen geführt worden sind.

Das Problem sexualisierte Gewalt reicht tief in die verbandlichen Strukturen der Pfadfinder hinein. Gemeinschaft, Macht, Nähe und ein spiritueller Überbau haben Räume für sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen geöffnet“, betont Prof. Maschke.

Schönheitsreparaturen an der Oberfläche werden nicht ausreichen. Es braucht
einen echten Umbau der Verbandskultur mit klaren Regeln und Sanktionen, zusätzlich eine unabhängige externe Aufsicht“,  so Prof. Stecher.

Umfassende Recherchen und klare Befunde

Die Studie basiere auf zahlreichen Interviews mit Betroffenen und Experten aus dem Verband, dazu Befragungen und Auswertung von Dokumenten, wurde mitgeteilt. Als zentraler Befund wird hervorgehoben: Sexualisierte Gewalt sei als weit verbreitetes und strukturelles Problem zu benennen. Gefährdet waren Kinder und Jugendliche z.B. in Lagern und während Fahrten.

Als Täter werden überwiegend männliche Leitungspersonen benannt, die ihre Vertrauens- und Machtposition ausgenutzt haben. Zu vielen Taten gehören
>Beziehungen<, geprägt von Machtunterschieden zwischen erwachsenen Leitern und weiblichen Minderjährigen. Es habe auch sexualisierte Gewalt von gleichaltrigen Jugendlichen gegeben, 

Mechanismen, Überhöhung und Kodex  der Pflicht

Mechanismen zur Manipulation, eine unkritische Überhöhung der Gemeinschaft
sowie ein Kodex der Pflicht waren Humus für sexualisierte Gewalt. Fahrten, Zeltlager und Alkoholkonsum begünstigten Übergrifigkeiten.

„Wir erkennen Euer Leid an. Auch erkennen wir das Leid der vielen Betroffenen an, die sich durch das Versagen von Systemen und Strukturen bisher noch nicht bemerkbar gemacht haben“, artikulierte Bundesvorsitzenden Annkathrin Meyer.

Der Verband darf laut Bundesvorstand nicht länger ein Ort des Schweigens sein. Ziel müsse sein bestehende Strukturen grundlegend zu überdenken und zukünftig sicherere Orte für ihre Mitglieder zu schaffen.

Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg ist mit über 84.000 aktiven Mitgliedern der größte Verband von Pfadfindern in Deutschland. Er hat bundesweit etwa 1.100 sogenannte „Stämme“ als Ortsgruppen, kooperiert mit anderen Verbänden. Mitglieder sollen in ihren lokalen, nationalen und weltweiten Gemeinschaften handeln und Verantwortung für andere übernehmen. Sie verstehen sich als Friedenspfadfinder.
 

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