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Vom Lokaljournalismus in Marburgs englischer Partnerstadt Northampton

Ute Schneidewindt mit Pete Cooper, einem Mitarbeiter des BBC Northampton vor dem Gebäude. (Foto Jimoh Ajubah, BBC Northampton)

Marburg 12.7.2011 (pm/red) „Im Gegensatz zu den nationalen Berichterstattungen haben wir eine starke Nähe zu unseren Hörern. Wir sind an den Leuten dran!“ kommentierte Mark Whall, Programmleiter von BBC Northampton, der Mitarbeiterin des Presseamtes Marburg, Ute Schneidewindt, sein Verständnis des Wirkens seiner Radiostation. Als sie im Produktionsraum saßen wurde in der Tat deutlich, wie BBC Northampton arbeitet. Im freundlichen, zugleich unverbindlichen Small Talk und in einer Sprache, in der kein höfliches Sie, sondern nur das persönliche Du existiert, erzählen Bürgerinnen und Bürger von den Dingen, die sie in Northampton machen oder dort passieren.

Zugleich interessierte sich Mark Whall für Marburg als Universitätsstadt. „Pasternak hat dort studiert und die Gebrüder Grimm waren da!“, wußte er zu sagen und Schneidewindt ergänzte mit einer Prise Humor “Yes, Marburg is a fairy-tale town!“ (Ja, Marburg ist eine Märchenstadt!).

Im Gegensatz zu den Gegebenheiten des Lokaljournalismus in Marburg ist BBC Northampton Teil eines nationalen Informationsdienstes, der lokal und auch international agiert. Die BBC (British Broadcasting Coporation) ist eine der ältesten nationalen Rundfunkanstalten der Welt. Sie verfügt über ein großes Korrespondentennetzwerk, das sich im Wesentlichen aus öffentlichen Geldern finanziert. Beim BBC Northampton gibt es keine Werbung und keine Musik. Es geht um Informationen der Bürgerinnen und Bürger für ihr unmittelbares Lebensumfeld.

Die erste Ausgabe des Northamptoner Chronicle&Echo, unter anderem Namen, von 1720 als Replik (Repro U. Schneidewindt)

Zu Besuch im Britischen Königreich, in dem die traditionsreiche englische Geschichte Ausdruck im Nebeneinander von repräsentativer Monarchie und Parlament findet, erfuhr die Mitarbeiterin der Pressestelle der Universitätsstadt Marburg, dass der Lokaljournalismus in Northampton eine lange, ungebrochene Tradition hat. Die Northamptoner Tageszeitung Chronicle&Echo erschien – unter anderem Namen – schon am 2. Mai 1720 in Gestalt eines kleinformatigen Heftes. In handgesetzter schief wirkender Schrift wurden bereits auf der zweiten Seite Todesanzeigen abgedruckt.

„This is not work, this is fun!“ (Dies ist nicht Arbeit, sondern macht Spaß), sagte Mark Whall zum Schluss des Interviews mit Ute Schneidewindt. Genauso kam es der Mitarbeiterin im Marburger Presseamt vor, die englische und französische Mitteilungen über Marburg in die städtische Website einstellt und die Partnerstädte mit Informationen versorgt. Mit der Reise von Schneidewindt Ende Juni nach Northhampton sollte neben dem Ausbau von Pressekontakten das bevorstehende 20-jährige Jubiläum zwischen Marburg und Northampton im nächsten Jahr, vorbereitet werden.
Das Interview von Ute Schneidewindt mit Mark Whall vom BBC Northampton ist auf der englischsprachigen Seite der Universitätsstadt Marburg abrufbar.

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