Startschuss für Interimsspielstätte des Staatstheaters Kassel

08.07.2024 (pm/red) Kassel ist eine der traditionsreichsten Theaterstädte Deutschlands: Schon vor über 400 Jahren wurde unter Landgraf Moritz das Ottoneum als erster fester Theaterbau Deutschlands errichtet. Das Staatsorchester Kassel, hervorgegangen aus der 1502 gegründeten Hofkapelle, …

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Vorstellung der Erich Mühsam-Tagebuch-Edition

Erich Muehsam140521 Am Montag, 26. Mai, wird im Trauma im G-Werk das Projekt der Tagebuch-Edition zur Erich Mühsam vorgestellt. Erich Mühsam, geboren am 6. April 1878 in Berlin, war ein Dichter und politischer Publizist. Seit 1909 lebte er in München-Schwabing. Als Zentralfigur der Schwabinger Bohème war er befreundet mit Heinrich Mann, Frank Wedekind, Lion Feuchtwanger, Fanny zu Reventlow und vielen anderen. Mühsam war Mitarbeiter des Münchner Kabaretts und verschiedener satirischer Zeitschriften wie des Simplicissimus und der Jugend. Von 1911 bis 1919 gab Erich Mühsam in München die Zeitschrift Kain heraus. Er war maßgeblich an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt, wofür er zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt wurde. Als Sonderheft seiner Zeitschrift Fanal erschien 1932 kurz vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten seine programmatische Schrift ‚Die Befreiung der Gesellschaft vom Staat‘, mit dem Untertitel ‚Was ist kommunistischer Anarchismus?‘ versehen. 1933 wurde Erich Mühsam verhaftet und am 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg von der SS-Wachmannschaft ermordet.

Erich Mühsam hat 15 Jahre lang, von 1910 bis 1924, Tagebuch geführt und sein Leben festgehalten – ausführlich, stilistisch pointiert, schonungslos auch sich selbst gegenüber – und niemals langweilig. Seit 2011 erscheinen seine ‚Tagebücher‘ in einer historisch-kritischen Ausgabe in 15 Bänden im Verbrecher Verlag und zugleich als Online Edition. Die Herausgeber Chris Hirte und Conrad Piens haben die Textbände sorgfältig ediert und betreuen auch die Online-Edition. Der Anmerkungsapparat im Internet bietet neben einem Sach- und Personenregister und ergänzenden Materialien die digitalisierte Handschrift und umfassende Suchfunktionen. —>Weiteres dazu online. 

In der Veranstaltung soll es vor allem um die Vorstellung der Tagebücher ab 1914 gehen. Denn mit Beginn des 1.Weltkriegs änderte sich Mühsams Ton. Er brauchte nun das Tagebuch, um Schock und Verzweifelung in Worte zu fassen, die Trümmer seiner alten Gewissheiten neu zu sortieren. Es dauerte lange, bis er die Propagandalügen durchschaute und zu einer eigenen Haltung fand. Das Tagebuch dokumentiert sein Tasten und Irren, seine Suche nach der Wahrheit über den Krieg und nach einer neuen Rolle für sich selbst.

Die Veranstaltung im Trauma, Afföllerwiesen 3a, am Montag, 26. Mai, beginnt um 20 Uhr, Eintritt 3 Euro.

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