EnRich: Zukunftskonzept für geschlechtersensible Forschung

01.03.2024| Im Wortlaut.  Es stellt sich zunehmend heraus, dass geschlechterrelevante Aspekte für objektive und zuverlässige Ergebnisse von wissenschaftlicher Forschung von großer Bedeutung sind. Mit dem Projekt „EnRich“ will die Philipps-Universität Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei unterstützen, …

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Offener Brief der „Fridays For Future Marburg“ gegen eine Gewerbesteuersenkung

14.12.2021 (pm/red) Die Fridays for Future Marburg positionieren sich gegen die in Marburg von Oberbürgermeister und Kämmerer Dr. Spies betriebene Senkung der Gewerbesteuer. Es sei „nicht die Zeit für Steuergeschenke, sondern die Zeit für Umverteilung!“ wird festgestellt. Dieses Vorhaben sei „skandalös, weil der Konzern zu den größten Gewinnern der Corona-Krise gehört“ teilt die Gruppe dazu mit. Daher wendet sie sich mit einem Offenen Brief an die Öffentlichkeit und fordert auf  Infostände anzubieten, um Unterschriften zu sammeln, und außerdem eine Demonstration gegen die Gewerbesteuersenkung zu unterstützen. Der Offene Brief soll den regierenden Parteien überreicht werden. Nachstehend wird er hier dokumentiert:

Offener Brief: Gegen die Gewerbesteuersenkung – für eine Koalition des sozial-ökologischen Fortschritts!
Für eine gerechte Besteuerung von Großkonzernen in Marburg!
Es wirkt verwunderlich, was die Oberhessische Presse Anfang Dezember titelte: BioNTech bitte die Stadt Marburg darum, die Gewerbesteuer zu senken (1). Ausgerechnet jener Pharmakonzern fordert Steuergeschenke, der in der Corona-Krise die größten Gewinne gemacht hat. BioNtechs Großinvestoren Andreas und Thomas Strüngmann gehören mittlerweile mit jeweils 26 Milliarden Euro Privatvermögen zu den reichsten Deutschen(2). Ihre Impfstoffe sind ein zentraler Schlüssel zur Bekämpfung der Pandemie. Deren Erforschung und Entwicklung jedoch wurde selbst bereits durch öffentliche Gelder abgesichert.
Kleineren Betrieben, die das Stadtbild Marburgs ausmachen, hilft eine Gewerbesteuersenkung hingegen nicht. Sie hilft weder der kleinen Kneipe um die Ecke noch der Buchhandlung in der Nachbarschaft, die wirklich unter dem pandemiebedingten Umsatzeinbußen leiden. Einzig und allein die Gewinne von BioNTech, Deutscher Vermögensberatung (DVAG) Asklepios und Co. werden damit vergößert.
Der Magistrat empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung trotzdem, die Forderung von BioNtech umzusetzen. Wir sagen stattdessen: Marburg darf nicht vor Großkonzernen einknicken! Eine fortschrittliche Koalition wie in Marburg muss mutig bleiben. Es ist nicht die Zeit für Steuergeschenke, sondern die Zeit für Umverteilung!
Für eine Koalition des sozial-ökologischen Fortschritts!
Marburg steht an einem Scheideweg: Lehnt die Koalition die Gewerbesteuersenkung ab und kämpft gemeinsam weiter für die im Koalitionsvertrag vereinbarten Projekte oder nicht?
Die Regierung aus SPD, Grünen, Klimaliste und Marburger Linke hat sich dem Ziel verschrieben, die sozial-ökologische Wende einzuleiten. Sie hat sich dafür viele dringend benötigte Verbesserungen vorgenommen:
Unter anderem soll die Verkehrswende mit kostenlosen ÖPNV für Stadtpassinhaber/innen und mehr Radwegen eingeläutet werden. Ein städtischer Mindestlohn von 13€ soll eingeführt, die Kita-Gebühren abgeschafft und Marburg klimaneutral werden (3).
Die Stadt Marburg braucht Geld, um all dies nachhaltig finanzieren zu können und die Folgen der Corona-Krise abzufedern. 
Diese Projekte dürfen nicht von vorherein scheitern, nur weil ein multinationaler Großkonzern die Stadt unter Druck setzt. Die Koalition muss zusammenhalten und darf sich nicht erpressen lassen. Zahlreiche Initiativen und Menschen der Marburger Stadtgesellschaft möchten die Marburger Koalition deshalb an ihre Versprechen erinnern und fordern: Keine Senkung der Gewerbesteuer.
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