Startschuss für Interimsspielstätte des Staatstheaters Kassel

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Rechtsextremismus und Rassismus in Hessen – Beratungsbedarf 2022 auf hohem Niveau erforderlich

13.04.2023 (pm/red)  Was tun bei Rechtsextremismus, Rassismus oder menschenfeindlichen Diskriminierungsformen? In Hessen war im vergangenen Jahr die Nachfrage nach Rat und Hilfe in solchen Fragen ungebremst hoch. Das geht aus den aktuellen Bilanzzahlen für 2022 hervor, die das Demokratiezentrum Hessen für das „Beratungsnetzwerk Hessen – gemeinsam für Demokratie und   gegen Rechtsextremismus“ jetzt vorgelegt hat.

Danach wurden 2022 insgesamt 206 Beratungsfälle dokumentiert (2021: 220). Das war zwar ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr, was aber vor allem daran lag, dass Ressourcen an die vielen laufenden Beratungsfälle aus dem
Vorjahr (vornehmlich in Folge des Attentats in Hanau) gebunden waren. Die Zahl der Bildungs- und Präventionsveranstaltungen stieg dagegen weiter an auf 153 (2021: 117) und damit fast auf das Rekordniveau von 2019 vor der Coronazeit.

Das an der Philipps-Universität Marburg ansässige Demokratiezentrum Hessen ist die zentrale Fach-, Koordinierungs- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen, das vom Land Hessen und vom Bund gefördert wird und Opfer von rechter Gewalt, Schulen, Eltern, Familienangehörige, Kommunen, Vereine und andere Betroffene und Hilfesuchende in Fällen von Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus berät und eine breite Palette von Bildungs- und Präventionsmaßnahmen zur Demokratiestärkung anbietet.  

Anlässe für Beratungsanfragen waren 2022 laut Demokratiezentrum Hessen hauptsächlich erfahrene Gewalt und Bedrohungen rassistischer und rechtsextremistischer Art. Auffällig war, dass die Nachfrage nach Beratungen und Präventionsveranstaltungen im Kontext kommunalpolitisch Verantwortlicher trotz der weitgehenden Rücknahme der Corona-Maßnahmen fast so groß blieb wie in den zwei Jahren davor. Durch die neue Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen (RIAS Hessen), die seit 2022 am Demokratiezentrum an der Marburger Uni angesiedelt ist, konnten antisemitische Vorfälle in Hessen breitflächiger gemeldet, dokumentiert, Hilfesuchende beraten und ggf. an weitere Fachstellen verwiesen werden. RIAS Hessen wird dazu einen eigenen Bilanzjahresbericht herausgeben.

Etabliert haben sich 2022 verschiedene Online-Formate und -Angebote, die insbesondere am Anfang des Jahres 2022 verstärkt angefragt wurden. Diese ermöglichten landkreisübergreifende Veranstaltungen und eine einfachere Teilnahme. Das persönliche und kaum ersetzbare Gespräch in der aufsuchenden mobilen Beratung vor Ort und in der Betroffenenberatung konnte 2022 aber erfreulicherweise wieder vermehrt angeboten werden.

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