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NS-Raubkunst im Bestand des Kunstmuseums Marburg?

16.06.2023 (pm/red) Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg hat hat Werke von unklarer Herkunft im Bestand. Dazu zählen Gemälde von Alexej von Jawlensky, Paul Klee, Lovis Corinth, Gustave Courbet und Carl Spitzweg. Im Rahmen eines zweijährigen geförderten Projekts sollen 150 Bilder aus der Sammlung erforscht werden.
In den Bestand kamen die Kunstwerke auch während der NS-Zeit, teilweise über Akteure des Kunsthandels, die unter Provenienzforschern als „Red Flag Names“ gelten – also als besonders verdächtig, mit NS-Raubkunst gehandelt zu haben. Zwei Bilder stammen aus jüdischem Besitz. Die Sammlungen des Marburger Kunstmuseums umfassen insgesamt etwa 8.200 Objekte, darunter 1.356 Gemälde. Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck erläutert das Vorhaben:

„Mit der Untersuchung soll ein Anfang gemacht werden, die Kunstsammlung des Museums auf Werke hin zu untersuchen, die in der NS-Zeit unrechtmäßig entzogen wurden, und damit die Grundlage für faire und gerechte Lösungen zu schaffen. Das Projekt beabsichtigt auch, die wesentlichen Akteure zu erforschen, die die Entwicklung des Museums damals steuerten sowie die Interessen der beteiligten Institutionen kritisch zu reflektieren.“

Ziel Transparenz zu Sammlungen des Museums mit 1.356 Gemälden

Die Universität stell sich mit diesem Projekt ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und erzeuge Transparenz im Hinblick auf die Sammlung des Museums, wird von Universitätspräsident Prof. Dr. Thomas Nauss hervorgehoben.

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste hat in der ersten Förderrunde 2023 insgesamt 1,76 Millionen Euro für Provenienzforschung im Bereich NS-Raubgut vergeben. 17 Forschungsprojekte an Museen, Bibliotheken und wissenschaftlichen Einrichtungen sowie eine private Antragstellerin erhalten finanzielle Unterstützung, um zum Beispiel ihre Sammlung auf NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut hin zu untersuchen.

Zu weiteren geförderten Institutionen der aktuellen Förderrunde zählt die Stiftung Topographie des Terrors in Berlin, wo die Bibliothek des Dokumentationszentrums auf NS-Raubgut hin untersucht werden soll. Ebenso wird die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz gefördert, in der Buchbestände einer Gelehrtenvereinigung und einer pietistischen Vereinigung untersucht werden sollen.

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