Kaiser-Wilhelm-Turm: Panoramaansicht aus dem Jahr 1890 wiederentdeckt

Marburg 2.12.2018 (pm/red) Turm-BesucherInnen des  können sich jetzt orientieren. Die 2005 gefundene, handgemalte und aus dem Eröffnungsjahr des Kaiser-Wilhelm-Turmes stammende Rundumsichtskarte, wurde von Lutz Götzfried überarbeitet und am 1. Advent 2018 im TurmCafé veröffentlicht. In …

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Online-Hilfe für Jugendliche verbessern

Bundesweit bislang größte und umfassendste wissenschaftliche Untersuchung zu Hilfsangeboten im Internet

In Deutschland zeigt jedes fünfte Kind zwischen 3 und 17 Jahren Anzeichen für eine psychische Störung. Besonders Jugendliche suchen sich Hilfe im Internet, denn es ist anonym, jederzeit verfügbar und auch in ländlichen Regionen erreichbar. Doch wie müssen Internetseiten aufgebaut sein, damit sie betroffenen Schülerinnen und Schülern wirklich helfen? Das ist eine der Fragen, die im Projekt „ProHEAD“ beantwortet werden sollen. Dazu werden 15.000 Schülerinnen und Schüler an fünf bundesweiten Standorten zu ihrem Online-Hilfesuchverhalten befragt – auch in Hessen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben mit insgesamt 3,3 Millionen Euro. Die Federführung des Projekts hat die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg. Das Teilprojekt in Hessen mit einem Förderumfang von 170.000 Euro leitet Prof. Dr. Katja Becker von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Fachbereich Medizin der Philipps-Universität.

Essstörungen, übermäßiger Alkoholkonsum oder depressive Phasen – viele Kinder und Jugendliche sind bereits in ihrem jungen Leben von Symptomen betroffen, die auf eine psychische Erkrankung hinweisen können. Doch die wenigsten von ihnen erhalten eine professionelle Behandlung. Die Gründe dafür sind vielfältig. Viele Betroffene schämen sich, andere haben Ängste oder Vorurteile. „ProHEAD“ möchte die Jugendlichen dort abholen, wo sie sich heutzutage viel aufhalten: im Internet. Doch nicht alle Internetseiten, die junge Menschen mit Problemen aufsuchen, sind empfehlenswert. Beispielsweise gibt es Websites, die Essstörungen eher noch verschlimmern. In der Studie sollen Online-Programme entwickelt, umgesetzt und praktisch erprobt werden, die das Hilfesuchverhalten von Jugendlichen mit psychischen Problemen verbessern. Die Programme sollen Symptome reduzieren, Tipps zur Förderung der psychischen Gesundheit vermitteln oder Jugendliche darin bestärken, sich bei Auffälligkeiten professionelle Hilfe vor Ort zu suchen.

Dazu werden ab November bundesweit insgesamt 15.000 Schülerinnen und Schüler zu ihrer Gesundheit und ihrem Online-Verhalten befragt – auch an Schulen in den drei Landkreisen Marburg-Biedenkopf, Gießen und Wetteraukreis. Insgesamt werden in Hessen rund 3.000 Schülerinnen und Schüler befragt. Die Schulen können sich nicht bewerben, sondern werden zufällig ausgewählt. Zurzeit findet die Kontaktaufnahme statt. Im Anschluss werden in den jeweiligen Schulklassen Informationsveranstaltungen abgehalten, um Schülerinnen und Schüler zu finden, die (mit Zustimmung ihrer Eltern) freiwillig an der Befragung teilnehmen möchten. Die Erhebung wird zu Beginn der Studie und nach zwölf sowie erneut nach 24 Monaten durchgeführt. Die Teilnahme an der Befragung dauert ca. 90 Minuten und wird in den Schulen stattfinden. Anschließend werden alle Schülerinnen und Schüler eingeladen, an einem von fünf Programmen teilzunehmen. Die Programme finden online statt und bieten gezielt die Unterstützung, die die Jugendlichen benötigen – beispielsweise zur Verbesserung von problematischem Essverhalten, zur Vermeidung von riskantem Alkoholkonsum oder zur Förderung der psychischen Gesundheit.