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Von Kontrahenten und Entwürfen

Marburg 7.10.2010 (wm/red) Marburger Wissenschaftler sind auf eine Fülle von neuen und unbekannten Materialien zu Leben und Werk des Philosophen, Literaturkritikers und Essayisten Walter Benjamin (1892-1940) gestoßen.Einer von Professor Heinrich Kaulen geleiteten Gruppe des Instituts für Neuere deutsche Literatur am Fachbereich Germanistik und Kunstwissenschaften gelang es, in den diversen Nachlässen Benjamins in Frankfurt am Main, Jerusalem, Berlin, Paris und Moskau mehr als 200 Seiten bislang in der Regel unpublizierte Aufzeichnungen, Vorarbeiten und Fassungen zu finden und zu transkribieren.

Marburger Wissenschaftler finden unbekanntes Material von Walter Benjamin
„Darunter sind Entwürfe zu inzwischen ‚klassisch‘ gewordenen Arbeiten über Bertolt Brecht, Anna Seghers, Alfred Polgar, Dolf Sternberger und vielen anderen Autoren, aber auch unbekannte Rezensionsverzeichnisse und einige ganz neue Entwürfe zu Rezensionen“, freut sich Kaulen über die wertvollen Schriftstücke. „Von speziellem Interesse für den Marburger Kontext sind die umfangreichen Vorstudien zu Benjamins intensiver Auseinandersetzung mit dem großen Marburger Philologen Max Kommerell (1902-1944), die den jahrelangen ‚Geisterkampf‘ zwischen diesen beiden sehr unterschiedlichen Kontrahenten erstmals in seinen ganzen Dimensionen sichtbar werden lassen“, ergänzt der Literaturwissenschaftler.

Der Doktorandin Anne-Sophie Kahnt gelang zudem kürzlich ein besonderer Fund, als sie in einer Berliner Bibliothek zum ersten Mal seit vier Jahrzehnten einen gänzlich unbekannten Druck einer Besprechung aus Benjamins Hand aufspüren konnte.
Die in Marburg durchgeführten und koordinierten Arbeiten sind Teil eines von der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur unterstützten Editionsprojekts der „Kritiken und Rezensionen“ Walter Benjamins, dessen Ergebnisse im Frühjahr 2011 in zwei Bänden in der im Suhrkamp-Verlag erscheinenden Historisch-kritischen Werkausgabe vorliegen werden. Die Ausgabe wird erstmals die minutiöse Rekonstruktion des Arbeitsprozesses des Literaturkritikers erlauben. Für den Kommentar wurden viele interessante Fakten zu Benjamins Kontexten, Quellen und Kontakten neu ermittelt. „Sie relativieren das Rezeptionsklischee vom ohnmächtigen Melancholiker und lassen stattdessen das Profil eines durchaus zielgerichteten, ebenso streitbaren wie medienerfahrenen Publizisten erkennen“, sagt Kaulen.