Finale furioso mit Freibier Symposium und Techno-Rave unterm Wursthimmel

09.11.2021 (yb) Solch eine Finissage hatte es noch nicht. Wobei Janosch Feiertag als Stipendiat des Jahres 2021 vorher schon ebbes abgezogen hatte. Es gab die Einladung wieder im Stil eines Kirmesplakats, in der Farbgebung schwarz …

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Schwarz-gelbe Demonstration an neuer Hirsefeldbrücke

Marburg 16.12.2010 (yb) Manchmal ist die zweite Nachricht wichtiger als die erste. Also kommt hier zuerst die zweite Nachricht. Am neuen Hirsefeldsteg in Marburg gibt es eine schwarz-gelbe Demonstration. Beweis dafür ist ein schwarz-gelbes Transparent. Eine sogenannte „Initiative für eine neue Brücke“, die jedenfalls nicht im Vereinsregister zu finden ist und bisher nicht sonderlich hervorgetreten ist, benutzt kaltblütig die Konstruktion  der Bücke für ihre Willensbekundung. Dahinter stecken offenbar Fußgänger, Radfahrer, Kinder, Rollstuhlfahrer resp. solche Körperbehinderte, womöglich alte Menschen, die nicht (mehr) laufen können. Wegen der Kürze der Zeit konnte dies nicht genauer recherchiert werden.

Offenbar setzen diese Kreise auf ein Verwirrspiel, und das in politisch perfider Weise. Das von ihnen verwendete Transparent ist in den Farben Gelb und Schwarz ausgelegt. Bekanntlich wird das Land Hessen ebenso schwarz-gelb regiert, wie die Bundespublik Deutschland. Marburg dagegen wird rot-grün regiert. Wozu also ein schwarz-gelbes Transparent?

  • Wollen die Demonstranten (Fußgänger, Radfahrer, Kinder, Rollstuhlfahrer, Alte etc.) den unzutreffenden Eindruck erwecken hinter der neuen Brücke stecke schwarz-gelb?
  • Wollen sie die Öffentlichkeit in ihrer Sympathiebekundung irreführen und davon ablenken, dass die rot-grüne Stadtregierung hinter den Plänen für den neuen Hirsefeldsteg steckt und ihn auch hat bauen lassen?
  • Wollen sie gar die Marburger SPD und Grünen um die Früchte ihrer diesbezüglichen Verkehrspolitik bringen?
  • Oder wollen sie nur verwirren?

Fragen über Fragen, und das so kurz vor der Kommunalwahl. So gelingt es diesen Demonstranten und Willenbekundlern glatt davon abzulenken, dass der alte, kümmerliche, viel zu enge und unterhaltungskostenintensive Holzsteg weg ist. Weg, verschwunden, abgebaut, beinahe spurlos. Der Fotograf konnte gerade noch, verborgen hinter dem schwarz-gelben Transparent, einen Bagger ausmachen und fotografieren. Also hier die Meldung Nummer eins. Der Hirsefeldsteg ist weg, wurde abgebaut und abtransportiert. Kein Mensch weiß wohin (im Universitätsmuseum ist er jedenfalls nicht angekommen und auch bei Landesamt für Denkmalpflege kann zu dieser Frage niemand Auskünfte geben).

Der Baggerführer Helmt Finger von der baubeteiligten Firma Archinal wusste dazu auch nichts zu sagen. Er mache seine Arbeit auch bei  kalten Temperaturen, sagte er auf Befragen. Das sei keine besondere Anstrengnung gewesen das alte Dinge abzureissen, meinte er und verwies auf den mächtigen Betonmeißel, mit dem das Widerlager aus Beton demontiert worden ist. Saubere Arbeit meint die Redaktion und auch der Fotograf hat nichts vermißt. Beinahe so als ob es diese merkwürdige Unikum mit viel zu geringem Querschnitt nie gegeben hätte. Soviel zur Nachricht Nummer eins.

Jetzt noch kurz die Nachricht Nummer drei. Die restlichen Arbeiten an der neuen Hirsefeldbrücke werden rechtzeitig abgeschlossen. Die Mitrarbeiter der baubeteiligten Firma Schmees und Lühn montieren handschubewehrt die letzten stählernen netzartigen Abspannungen unterhalb des Handlaufes. Dann ist Schicht im Schacht. Die wollen nämlich mitfeiern morgen. Dann kommt sogar ihr Chef, wahrscheinlich (wenn er durchkommt, bei dem Wetter).

Soviel also, und bis morgen zum Brückenfest. Mal sehen wer alle kommt, Schwarze, Gelbe, Rote, Grüne, Farblose, Graue. Um 13.00 geht´s los.

Wir werden berichten. Darauf kann man sich verlassen.