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Synmikro lädt zum Symposium: ‚Microbial Formation of Biofuels and Platform Chemicals‘

Biofuels140417 Im Zuge der Rohstoff- und Energiewende sollen fossile Brennstoffe und Ausgangsmaterialien für die chemische Industrie, sogenannte Plattformchemikalien, durch entsprechende Substanzen auf Basis erneuerbarer Rohstoffe ersetzt werden. Hunderte von Forschungsgruppen weltweit beschäftigen sich deshalb mit dem Design synthetischer Mikroorganismen und chemischer Katalysatoren, die die Umwandlung pflanzlicher Biomasse in Biotreibstoffe und Plattformchemikalien sauberer, effizienter und konkurrenzfähiger machen sollen. Im Rahmen des eintägigen SYNMIKRO-Symposiums „Microbial Formation of Biofuels and Platform Chemicals“, zu dem ich Sie hiermit herzlich einladen möchte, präsentieren international führende Wissenschaftler aus Grundlagenforschung und Industrie die derzeitigen technologischen Herausforderungen und den aktuellen Stand ihrer Arbeit.

So hat Ferdi Schüth vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mühlheim ein Verfahren entwickelt, mit dem Lignocellulose, das Zellwandmaterial verholzter Pflanzen, deutlich effizienter und sauberer in ihre Bestandteile zerlegt und dadurch leichter als Rohstoff genutzt werden kann.

Jay Keasling, Professor für Chemie- und Bioengineering an der University of California in Berkeley und berühmt geworden mit der Produktion einer direkten Vorstufe des Malariamedikaments Artemisinin über einen synthetischen Stoffwechselweg in Bakterien- und Hefezellen, setzt dieses metabolic engineering nun auch für die Herstellung von Flugzeugtreibstoffen aus Zellulose ein.

Uwe Maier, Professor für Zellbiologie an der Universität Marburg, hat Kieselalgen mit verschiedenen synthetischen Stoffwechselwegen zu solarbetriebenen Mikrofabriken für Bioplastik, Spinnenseide, humane Antikörper und Impfstoffe gemacht.

Weiter gibt es eine Reihe von Vorträgen über die Synthese von Plattformchemikalien aus unterschiedlichen Ausgangsmaterialien, über die mikrobielle Produktion von Polymeren als surfactants, die die Oberflächenspannung von Erdöl verändern und so die Förderausbeute erhöhen, und über die sogenannte mikrobielle Elektrokatalyse, bei der Mikroorganismen Energie direkt in Form von Elektronen an einer Elektrode aufnehmen oder abgeben.

Rolf Thauer, Direktor am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie und Mitautor einer 2012 veröffentlichten Studie der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina zum Thema Bioenergie, wird zudem über die Möglichkeiten und Limitationen der Verwendung von Biomasse als Energiequelle sprechen.

Das Symposium findet am Mittwoch, 7. Mai von 9.15 bis 18.30 Uhr, in der Alten Aula der Philipps-Universität statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung bis 20. April ist erforderlich: yvonne.bierek(at)synmikro.uni-marburg.de