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Marburger Bewerbung um UNESCO-Welterbe gescheitert – KMK wählt Mathildenhöhe Darmstadt

Blick vom neu gestalteten Mensahof am Erlenring zur Altstadt, links das Gebäude der Alten Universität. Foto Hartwig Bambey 2012

Blick vom neu gestalteten Mensahof am Erlenring zur Altstadt, links das Gebäude der Alten Universität. Foto Hartwig Bambey 2012

Marburg 140613 (yb) Dieser Freitag, der 13. Juni 2014, wird in der Universitätsstadt Marburg schwerlich als Freudentag verbucht werden können. Denn heute ist von Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst die Nachricht verbreitet worden, dass die Mathildenhöhe in Darmstadt auf die Vorschlagsliste der Kultusministerkonferenz zum Weltkulturerbe gesetzt worden ist. Da aus Hessen allenfalls ein Vorschlag diese Empfehlung bekommen konnte, haben die weiteren Bewerbungen aus Marburg und Wiesbaden das Nachsehen. Kurzum die Marburger Bewerbung um UNESCO-Welterbestatus ist bereits in der zweiten Runde gescheitert und hat keine Berücksichtigung gefunden. Aus der Traum, insbesondere für Oberbürgermeister Egon Vaupel als dem entscheidenden Befürworter dieser Bewerbung.

Weitere und detaillierte Informationen zu der Entscheidungen sind nicht einfach zu bekommen. Zwar wurde das Scheitern der Marburger Bewerbung, ebenso wie der aus Wiesbaden, vom Hessischen Wissenschaftsministerium bestätigt. Doch offiziell möchte man dazu nichts verlautbaren. Dazu wird auf Bonn und Berlin verwiesen, wo die KMK ihren Sitz hat. Das Wort „Geheimhaltung“ fiel auch bei der Nachfrage der Redaktion von das Marburger. bei der Bonner Pressestelle. Dort zeigte man sich zugeknöpft mit Verweis eben auf die Geheimhaltung im Verfahren. Die neun Auserwählten stehen nun fest, ->siehe dazu gesonderten Bericht. Schön also für Darmstadt, aber nichts Genaues über Marburg.

Zu den Ausgewählten, darunter Darmstadt, wird mitgeteilt: „Diese Kulturgüter erfüllen nach Einschätzung der Kultusministerkonferenz und des von ihr beauftragten Fachbeirats das entscheidende Kriterium des außergewöhnlichen universellen Wertes. Zudem fallen sie nicht in die Kategorie jener Kulturstätten, die nach Einschätzung der UNESCO auf der Welterbeliste bereits überrepräsentiert sind und damit geringere Aussichten auf Aufnahme haben.“ Dazu gibt es weitere Erläuterungen bis zum Hinweis „Erfüllung der Kriterien der ICOMOS-Lückenstudie „Filling the gaps““. Es geht darum künftig Lücken auszufüllen vor dem Hintergrund, dass es bereits 38 Welterbestätten alleine in Deutschland gibt. Das sind nicht wenige, ist Ausdruck erfolgreicher Bewerbungen, zuletzt der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel.

Gehalt der Marburger Bewerbung reichte nicht

Ganz offensichtlich ist es so, dass das Konzept und der Gehalt der Marburger Bewerbung nicht ausgereicht hat. Damit wird in Marburg umzugehen sein. Ob und welche Informationen aus dem Hintergrund der damit Befassten zu bekommen sein werden, ist eine andere Sache. Auf die eventuelle Möglichkeit „durch zusätzliche Forschung oder Präzisierungen“ gegebenenfalls es verändert erneut zu versuchen, wird hingewiesen. Doch braucht es nicht sonderlich viel Scharfsinn zu erkennen, dass die KMK als bundesdeutsche Institution in der Vorauswahl damit einige Beruhigungspillen verteilen will.

Es gab weit über 100 Vorschläge, wird informiert. Daraus wurden 31 Bewerbungen ausgewählt und damit für die Endrunde zugelassen, die jetzt zur Entscheidung angestanden hat. Daraus sind neun nunmehr deutsche Vorschläge ausgewählt. Somit wurden 22 Vorschläge abgelehnt. Marburgs Stadtoberhaupt und die Öffentlichkeit, gerne wird diesbezüglich von der Stadtgesellschaft gesprochen, sollten dies zu Kenntnis nehmen. Das Ding ist gelaufen. Nicht gut für Marburg. Doch das ist jetzt Faktum.

Hinzu kommt, dass man sich in und aus Marburg nicht dazu durchgerungen hat eine Einzelbewerbung zu starten. Es wurde ein (ähnlicher) Partner gesucht und mit der Universitätsstadt Tübingen gefunden. Damit wurde eine ’serielle Bewerbung‘ gestartet. Das war selbstredend. Um Einmaligkeit konnte es also gar nicht gehen. Die Mathildenhöhe in Darmstadt, die zunächst nur auf der deutschen Vorschlagsliste steht, hat andere und einmalige Qualitäten zu bieten. Im Sinne der strengen Kriterien der UNESCO und des neuen Auswahlverfahrens. Man sollte sich mit dem Ergebnis abfinden. Marburg ist eine alte Universitätsstadt. Davon gibt es weitere in Deutschland, in England, Italien, Frankreich und anderswo. Die Welt ist groß. Andere wichtige und vordringliche Aufgaben warten bei uns an der Lahn – im Wohnungsbau in der Altenpolitik zum Beispiel. Die Würfel sind gefallen.

—>Essay in 2012: Weltkulturerbe für Marburg oder für Tübingen?

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