Strohballen statt Beton – Mönche bauen nachhaltiges Gästehaus

Kassel 06.04.2021 Gastbeitrag von Ursula Wöll Der Klimawandel ist allgegenwärtig und wirksame Maßnahmen werden diskutiert. Neben einer Energieerzeugung mit Windkraft und Sonnenenergie und einer Verkehrswende hat das Bauen einen gewichtigen Anteil an einer umweltfreundlichen oder …

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Wenn Klimawandel zur Migration führt – Forschergruppe unter Marburger Leitung

Marburg 20.03.2016 (wom/red) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet eine neue Forschergruppe unter Marburger Federführung ein, wird von der Universität mitgeteilt. Der Verbund soll der Frage nachgehen, ob sich Menschen im heutigen Äthiopien schon in der Mittleren Steinzeit vor dem damaligen Klimawandel  in Sicherheit brachten, indem sie in die Berge flüchteten. Das Antragsvolumen des Konsortiums beläuft sich auf 2,5 Millionen Euro für die ersten zwei Jahre; knapp die Hälfte davon fließt an die Philipps-Universität.

Die „Bale Mountains“ sind ein Gebirge im östlichen Afrika, dessen Gipfel eine Höhe bis zu 4.300 Meter erreichen. Auf dem gesamten Kontinent gibt es keine größere, geschlossene alpine Landschaft. Wegen ihrer Abgeschiedenheit sind die Berge besonders reich an endemischen Arten, das sind Tiere und Pflanzen, die nur dort vorkommen. „Das größte afroalpine Ökosystem  gilt als naturnah“, erklärt der Marburger Geograph Professor Dr. Georg Miehe, der Sprecher des Konsortiums. „Wir gehen trotzdem davon aus, dass auch dieses Hochgebirge schon früh, vielleicht sogar schon von steinzeitlichen Jägern durch Feuer zu einer Kulturlandschaft erschlossen wurde.“

Wie viel menschlicher Einfluss hat das Ökosystem des afroalpinen Hochgebirges tatsächlich geprägt? Welche Anzeichen gibt es für eine frühe Besiedlung der Berge durch Menschen, die in den Bergen Zuflucht vor lebensfeindlichen Klimaänderungen suchten? „Unser Konzept verbindet Kulturwissenschaften wie Archäologie und Landnutzungsgeschichte mit Naturwissenschaften, um die Umweltgeschichte zu rekonstruieren“, erläutert Miehe.

Forschungsverbünde der DFG ermöglichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich aktuellen und drängenden Fragen ihrer Fachgebiete zu widmen und innovative Arbeitsrichtungen zu etablieren. Das neue Vorhaben mit dem Titel „The Mountain Exile Hypothesis: How Humans Benefited from and Reshaped African High Altitude Ecosystems During Quaternary Climate Changes” führt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Fachbereich Biologie und dem Fachbereich Geographie der Philipps-Universität mit Arbeitsgruppen aus Köln, Bayreuth, Halle, Dresden, Bern, Aberystwyth , Paris und Addis Abeba zusammen. Verbundsprecher Professor Dr. Georg Miehe lehrt Biogeographie und Hochgebirgsökologie an der Philipps-Universität.