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Bei der ISU werden politische Themen kulturübergreifend diskutiert

Vier Wochen, über 60 Studierende aus 20 Ländern und eine Universität: In der Alten Aula der Philipps-Universität fand jetzt der feierliche Abschluss der ISU 2016 statt. Dabei waren auch die wissenschaftlichen Koordinierenden PD Johannes Becker (Mitte) und Dr. Leslie Tramontini (M.). Foto nn

Vier Wochen, über 60 Studierende aus 20 Ländern und eine Universität: In der Alten Aula der Philipps-Universität fand jetzt der feierliche Abschluss der ISU 2016 statt. Dabei waren auch die wissenschaftlichen Koordinierenden PD Johannes Becker (Mitte) und Dr. Leslie Tramontini (M.). Foto nn

Marburg 16.8.2016 (pm/red) Studierende aus 20 Ländern lebten, lachten und lernten gemeinsam im Rahmen der 18. Internationalen Sommeruniversität in Marburg. Vier Wochen, über 60 Studierende aus 20 Ländern und eine Universität: Das sind die Kenndaten der 18. Internationalen Sommeruniversität (ISU) an der Philipps-Universität Marburg. In diesem Jahr stand sie unter dem Motto: „Business, Politics, and Conflicts in a Changing World“. Am vergangenen Freitag, 12. August, feierte die ISU ihren diesjährigen Abschluss.
Neben Fachseminaren auf Deutsch und Englisch sowie Deutschkursen, themenbezogenen Rahmenveranstaltungen und Exkursionen, unter anderem nach Straßburg, werden es vor allem die vielen Gespräche und Erfahrungen sein, die bei den internationalen Teilnehmenden aus Ländern wie Ägypten, Südkorea, Syrien, Palästina, Vietnam, USA oder Brasilien nachwirken werden. 

Cornelia Janus vom Dezernat für Internationale Angelegenheiten der Philipps-Universität, das die ISU jährlich organisiert, dankte Privatdozent (PD) Dr. Johannes Becker (Zentrum für Konfliktforschung) und Dr. Leslie Tramontini (Centrum für Nah- und Mitteloststudien) für die wissenschaftliche Gestaltung des Programms. „Wir könnten viel organisieren, aber was wäre das Programm ohne seine Inhalte? Mit den von uns gewählten Schwerpunkten auf gesellschaftliche Veränderungsprozesse im Mittleren Osten und Europa werden uns die wichtigen und aktuellen politischen Themen und Fragen nicht ausgehen!“, sagte Janus.

Miteinander von Kulturen und Religionen vorbildlich
Fester Bestandteil des Programms war der Besuch der muslimischen und jüdischen Gemeinde, deren Vorsitzende der ISU sehr freundschaftlich verbunden sind. Für die muslimische Gemeinde sprach Dr. Hamdi Elfarra bei der ISU-Eröffnung bewegende Worte: „Vergesst für diese vier Wochen all die Nachrichten, die täglich auf uns einstürmen. Aber redet miteinander und lehrt uns, wie wir die Herausforderungen der Gegenwart meistern und die Zukunft gemeinsam gestalten können“, appellierte er an die jungen Menschen aus aller Welt.

Teilnehmerin Crystal aus den USA stimmen ihre ISU-Erfahrungen positiv: „Wenn das Miteinander hier so gut funktioniert, warum nicht auch anderswo“, so die US-Amerikanerin.

Miteinander reden und leben, das sei auch für Amnon Orbach, den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, eine wichtige Aufgabe: „Lasst uns heute Abend als Freunde hier zusammen sitzen“, zitierte er anlässlich eines ISU-Besuches einen Sinnspruch aus dem Alten Testament. In Marburg werde das Miteinander der Religionen und Kulturen sehr vorbildlich gelebt, so Orbach weiter.

Deutsch lernen, Menschen aus anderen Ländern begegnen und mit ihnen über den Mittleren Osten und Europa diskutieren – auch das motiviert viele Studierende, den Sommer an der Philipps Universität zu verbringen: „Ich lerne und entdecke gerne Neues und ich möchte mehr über die Welt erfahren”, so Thi aus Vietnam.

Eigene Vorurteile hinterfragen
Für Sanem aus der Türkei waren es gerade die politischen Themen, die für ihren Aufenthalt in Marburg prägend waren: „Die Inhalte der ISU sind in unserer heutigen Welt wichtig: IS, der Israel- Palästina Konflikt, Flüchtlinge und Migration. Ich wollte mich mit aktuellen Fragen auseinandersetzen, aber auch wissen, was andere Menschen darüber denken, aus welcher Perspektive sie diese Themen betrachten.“

Das sah auch Dorothee aus Deutschland so: „Vorurteile hinterfragen, Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachten und sich mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen austauschen, die sich ohne die ISU nicht kennengelernt hätten: Das sind die individuellen und gesellschaftlichen Chancen dieses Programms!“
An der Philipps-Universität Marburg mit ihrer interdisziplinären und internationalen Ausrichtung sind dafür beste Bedingungen gegeben.

Die ISU
Die Hessischen Internationalen Sommeruniversitäten sind ein Gemeinschaftsprojekt der hessischen Universitäten und werden gefördert vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK). Jungen Menschen aus der ganzen Welt sollen sich während des Sommeruni-Programms austauschen und sich auf neue Perspektiven einlassen, zum Beispiel im Rahmen zahlreicher kultureller und thematischer Rahmenveranstaltungen.