Dackelspaziergang im Bergpark Wilhelmshöhe Vol. II

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30 Jahre ökumenischer Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung

Kassel 04.02.2020 Gastbeitrag von Andreas Kleinschmidt | 1990 trat die erste globale ökumenische Weltversammlung in Seoul, Südkorea zusammen. An ihr beteiligten sich alle christlichen Konfessionsfamilien. Sie fasste entsprechend den 10 biblischen Geboten in 10 Grundüberzeugungen zusammen, was Christen heute gemeinsam zu sozialethischen Fragen sagen können.
Klimaschutz und Erhalt unserer Umwelt sind die Themen unsere Zeit – es ist gut, auch heute auf das zu hören, was schon vor dreißig Jahren dazu erkannt, gedacht und gesagt worden ist:

Bereits 1989 sprach die erste europäische ökumenische Versammlung „Frieden in Gerechtigkeit“ in Basel von der „natürlichen Umwelt als Rechtsträger“ und wies dem Menschen dort in die Schranken, wo „die Rechte aller Kreatur“ gefährdet seien.

Es wurde ein ökologische Weltordnung gefordert und eine selbstkritische Bewertung des Christentums:
„Wir haben versagt, weil wir nicht Zeugnis abgelegt haben von Gottes sorgender Liebe für all und jedes Geschöpf und weil wir keinen Lebensstil entwickelt haben, der unserem Selbstverständnis als Teil von Gottes Schöpfung entspricht. – Wir haben versagt, weil wir nicht entschieden genug die politischen und wirtschaftlichen Systeme in Frage gestellt haben… die natürlichen Ressourcen der Welt zum eigenen Nutzen ausbeuten.“

So war es für Christen vor dreißig Jahren und so ist es für Christen alle Konfessionen auch im Jahr 2020 gut, bei den bedrängenden Themen ihrer Zeit auf ihre eigene biblische Glaubenstradition zu hören, die sich als erstaunlich aktuell erweist:
„Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte“, 1. Mose 1,15.
Das Gleichnis Jesu vom barmherzigen Samariter, der dem half, der unter die Räuber fiel, könnte auf die Natur diese Anwendung finden:

Die barmherzige Vernunft 

Im technisch-industriellen Zeitalter
fiel die Natur unter die Räuber;
die beuteten sie aus,
zerstörten sie
und ließen sie halbtot liegen.

Es traf sich aber,
dass die Profitsucht
dieselbe Straße hinab zog;
und als die ausgeraubte Natur sah,
ging sie gedankenlos vorbei.

So machte es auch
der wissenschaftliche Ehrgeiz:
Als er die Natur sah,
hatte er zum Stillstehen keine Zeit,
sondern eilte vorüber.

Die menschliche Vernunft aber,
die praktische, die Gottes Willen vernimmt,
fand die Natur im Sterben liegen;
und als sie das sah,
ging es ihr zu Herzen.

Denn sie erkannte:
Ich selber bin der Natur
der Nächste;
sie zu retten und zu lieben,
ist not-wendig für sie und für mich.

Und die Vernunft des Menschen ging,
besah sich die Wunden
der ausgeraubten Natur
und pflegte sie,
bis sie wieder gesund wurde:

Dazu bediente sie sich auch
der Technik und der Wissenschaft,
aber aus deren Diktatur über die Natur
machte sie einen Dienst für die Natur,
sie erwies sich damit selbst den größten Dienst.

Autor: Pfarrer i.R. in der Ev. Kirche im Rheinland Andreas Kleinschmidt
Wissenschaftsgebiete: Theologie, Philosophie, Psychologie und Germanistik