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Das Betrachten von Kunst online kann unser Wohlbefinden beeinflussen

Eine neue Studie zeigt, wie und warum sich das Betrachten von Kunst im Internet positiv auf das psychische Wohlbefinden auswirkt.Bild MPI für empirische Ästhetik / F. Bernoully

05.05.2023 (pm/red) Dass sich Kunst positiv auf unser Gemüt auswirken kann, ist bekannt. Aber inwiefern funktioniert das auch beim Betrachten von Gemälden am Bildschirm? Dieser Frage ist ein internationales Forschungsteam der Universität Wien, des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik in Nijmegen und des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik (MPIEA) in Frankfurt am Main nachgegangen.

240 Studienteilnehmer besuchten online eine interaktive Monet-Kunstausstellung, in der Bilder von Seerosen zu sehen waren. Mittels Fragebogen gaben sie Auskunft über ihren Gemütszustand sowie darüber, wie viel Freude sie beim Betrachten der Bilder empfanden und als wie sinnhaft sie dieses Erlebnis für sich einstuften.

Die Ergebnisse zeigten bereits nach wenigen Minuten der Bildbetrachtung eine deutliche Verbesserung des Wohlbefindens. Verstimmungen und Sorgen der Teilnehmer reduzierten sich binnen kürzester Zeit. Dazu erklärt MacKenzie Trupp, Erstautorin der Studie von der Universität Wien:

„Das Betrachten von Kunst online ist sehr effektiv und kann leicht in den Alltag integriert werden. Es birgt somit ein bisher weitgehend ungenutztes Potenzial zur Steigerung des Wohlbefindens.“

Darüber hinaus zeigte sich, dass einige Teilnehmer für Kunst empfänglicher waren als andere und stärker von deren Wirkung profitierten. Diesen Vorteil konnten die Forscher mithilfe eines speziellen Verfahrens zur Ermittlung der „Aesthetic Responsiveness“ („Ästhetische Empfänglichkeit“) vorhersagen.

Was ist Aesthetic Responsiveness?

„Aesthetic Responsiveness beschreibt, inwieweit Menschen auf verschiedene ästhetische Reize wie Kunst und Natur reagieren. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass Personen mit einer hohen Kunst- und Ästhetikempfänglichkeit angenehmere und für sie bedeutungsvollere Erfahrungen beim Betrachten der Bilder machten. Entsprechend größer war der Nutzen, den sie daraus ziehen konnten“, erklärt Edward A. Vessel vom MPIEA, Entwickler des Aesthetic Responsiveness Assessment (AReA)-Verfahrens.

Folgen für Museumsgestaltung und Online-Ausstellungen?

Die Erkenntnisse aus dieser Studie sind besonders für Menschen interessant, denen ein persönlicher Besuch im Museum beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist. Darüber hinaus legen die Ergebnisse nahe, interaktive Kunstausstellungen und ähnliche Online-Angebote mit einem Bewusstsein für individuelle Unterschiede in der ästhetischen Empfänglichkeit zu gestalten. Die Studie erweitert damit das Wissen um Möglichkeiten und Grenzen von Kunst in digitalen Medien und bietet Ansatzpunkte, bisher wenig genutztes Potenzial auszubauen.

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