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In Marburg hat jeder achte Erwachsene Probleme mit Lesen und Schreiben

18.05.2023 (pm/red) Bildungsforscher haben herausgefunden und veröffentlicht, dass in Deutschland jedes vierte Schulkind in der vierten Klasse erhebliche Defizite beim Lesen und Schreiben hat. Damit sind skandalöse Gegebenheiten in der schulischen Bildung offenbart. Zeitgleich hat der Bundeskanzler unseres Landes bei einem Besuch in Kenia um Fachkräfte geworben, die als Arbeitskräfte nach Deutschland kommen sollen. So lohnt der Blick nach nach Marburg, das als Universitätsstadt der Bildung am allermeisten verbunden ist.

Dass für fast 6.000 Erwachsene in Marburg sind Alltagshandlungen wie Zeitung lesen, Notizen für die Kinder schreiben oder E-Mails verschicken kaum zu überwindende Hürden sind, wird in einer Presseinformation der Stadt aktuell mitgeteilt. Das ist nicht weniger ein Skandal und belegt, dass in der Universitätsstadt an der Lahn viel zu wenig in Sachen außerschulischer Bildung, hier konkret zur Alphabetisierung, geleistet wird. „In Marburg gibt es eine Vielzahl an Angeboten und Kursen, die dabei helfen, Lesen und Schreiben zu lernen“, sagt Stadträtin Kirsten Dinnebier.

Die Bildungsdezernentin der Stadt behauptet mithin entgegen der Riesenzahl von Menschen mit Lese- und Schreibdefinziten, dass es eine „Vielzahl an Hilfsangeboten“ geben würde. Entweder ist dies eine unzutreffende Behauptung, oder aber die sogenannten Hilfsangebote taugen nichts und sind angesichts  von 6.000 Betroffenen völlig unzureichend.

Gemeinsam mit dem ALFA-Mobil des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung (BVAG) informieren die Volkshochschule (vhs) Marburg und das Bewohnernetzwerk für soziale Fragen (BSF) am Montag, 22. Mai, von 15.30 bis 18 Uhr über die Problematik und bestehende Angebote in Marburg am Christa-Czempiel-Platz. Dieses fragwürdige „Gastspiel“ wird begrüßt mit den Worten „wir freuen uns, dass das ALFA-Mobil auch nach Marburg kommt, um uns dabei zu unterstützen, für Betroffene ein offenes und niedrigschwelliges Informationsangebot zu schaffen und auf die Lernmöglichkeiten in Marburg aufmerksam zu machen.“

In Deutschland haben 6,2 Millionen Menschen Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben. So die zentrale Erkenntnis der Studie „LEO 2018 – Leben mit geringer Literalität“, erhoben von der Universität Hamburg. Doch es kommen nur wenige Menschen in die Angebote für Alphabetisierung und Grundbildung. Die Gründe dafür sind vielfältig und meist sehr persönlich. Dass dies in Marburg bekannt und für 6.000 Erwachsene zutreffend ist, berichtet die Stadt selbst.

Daher beschreite die Volkshochsule Marburg neue Wege, um Menschen mit Schreib- und Leseschwierigkeiten zu erreichen. Dazu sind am Richtsberg im Rahmen des Projektes „InSole – In Sozialräumen lernen“ zwei „A-Z“-Lerntreffs entstanden. Ab Juni kommt soll ein vhs-Lerntreff in der Deutschhausstraße hinzukommen. Dort sollen Interessierte Hilfe beim Umgang mit digitalen Medien bekommen. Der Besuch ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich.

Redaktionelle Anmerkung:
Die Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen sollte dringend überprüft werden. Man stellt in Marburg gerne das Bildungsbauprogramm für Schulen heraus. Offenbar ist es längst an der Zeit ein Programm zur wirksamen Überwindung der Lese- und Schreibdefizite von 6.000 Bewohnern zu entwickeln. Geld ist in Marburg mehr als genug vorhanden. Und Schulgebäude, die dafür abends genutzt werden können, hat es in großer Zahl. Mit einigen Stunden ALFA-Mobil auf dem Richtsberg wird es ebensowenig getan sein wie mit den bisherigen Angeboten der Volkshoschule.
Oder will man in Marburg zukünftig ebenfalls fertig ausgebildete Fachkräftes in Kenia und anderen Ländern anwerben. Brain Drain wird so etwas genannt, aus Dritte-Welt-Ländern.

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